Metalle
Teil von Metalle für Konstruktionen: Auswahl und Verarbeitung
Metalle für Konstruktionen: Was kosten Stahl, Aluminium und Kupfer?
Metalle für Konstruktionen: Was Stahl, Aluminium und Kupfer 2024 je Tonne kosten, welche Zuschläge den Preis treiben und wie Einkäufer kalkulieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Baustahl S235JR kostet 2024 zwischen 800 und 1.000 Euro je Tonne.
- Edelstahl 1.4301 liegt bei 2.500 bis 3.500 Euro je Tonne, Legierungszuschläge eingerechnet.
- Aluminium notiert bei 2.000 bis 2.500 Euro je Tonne, Kupfer bei 8.000 bis 9.000 Euro.
- Alle Beträge gelten ohne Mehrwertsteuer und beschreiben das Jahr 2024.
- Abnahmemenge, Lieferform und Bestellzeitpunkt verschieben den Endpreis stärker als der Listenwert.
Vier Preisniveaus im Vergleich
Baustahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer decken den größten Teil des Konstruktionsbaus ab. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Werkstoff liegt 2024 der Faktor zehn. Die folgende Tabelle nennt Richtwerte, jeweils ohne Mehrwertsteuer.
| Werkstoff | Bezug | Preis je Tonne 2024 |
|---|---|---|
| Baustahl | S235JR, Walzstahl | 800 bis 1.000 Euro |
| Edelstahl | 1.4301, V2A | 2.500 bis 3.500 Euro |
| Aluminium | Primärmetall, Strangpressprofil | 2.000 bis 2.500 Euro |
| Kupfer | Kathoden, Halbzeug | 8.000 bis 9.000 Euro |
Die Spannen sind weit, denn kein Werkstoff hat einen einheitlichen Preis. Ein Walzträger aus S235JR, ein Blech aus 1.4301 und ein Strangpressprofil aus Aluminium folgen unterschiedlichen Kalkulationsketten. Wer einkauft, liest die Spanne als Korridor und nicht als Zusage.
Was den Preis je Tonne bestimmt
Der Metallpreis an der Börse ist nur der erste Baustein. Kupfer und Aluminium werden an der London Metal Exchange gehandelt, ihre Notierung ändert sich täglich. Der Baustahlpreis in Deutschland folgt stärker den Erzeugerpreisen und den Schrottpreisen. Diese Erzeugerpreise weist das Statistische Bundesamt in der Berichterstattung zum Sektor Industrie und Verarbeitendes Gewerbe aus.
Auf den Grundpreis kommt der Legierungszuschlag. Er richtet sich nach dem Anteil von Nickel, Chrom oder Molybdän und wird meist monatlich neu festgelegt. Bei Edelstahl 1.4301 macht er einen erheblichen Teil des Tonnenpreises aus. Hinzu kommen Walz-, Zuschnitt- und Bearbeitungskosten, die der Energiepreisentwicklung folgen.
Für die Fortschreibung über mehrere Quartale hilft die amtliche Preisstatistik des Statistischen Bundesamtes. Sie weist Preisindizes für Industriegüter aus und erlaubt eine nachvollziehbare Anpassung der Kalkulation, unabhängig von einzelnen Lieferantenangeboten.
Auf der Nachfrageseite wirkt der Materialeinsatz. Die Europäische Umweltagentur beschreibt unter Ressourcennutzung und Materialien, wie sich Materialströme und Verbrauch in Europa entwickeln. Ein hoher Bauanteil stützt die Nachfrage nach Stahl, Aluminium und Kupfer und damit das Preisniveau.
Aluminium und Kupfer rechnen sich anders
Aluminium und Kupfer werden fast immer als Legierung eingesetzt. Die Legierungselemente verändern nicht nur die Festigkeit, sondern auch den Preis. Für Aluminium kommt ein Walz- oder Presszuschlag hinzu, der die Umformung abbildet. Kupfer wird als Draht und Profil mit einem eigenen Zuschlag gehandelt. Wer beide Werkstoffe vergleicht, stellt Halbzeug gegen Halbzeug und nicht das reine Metall gegen das Fertigprofil.
Beispielrechnung für eine Stahlbestellung
Beispielrechnung, alle Beträge netto:
- 12 Tonnen Baustahl S235JR zu 900 Euro je Tonne ergeben 10.800 Euro.
- Fracht und Verpackung: 400 Euro.
- Nettosumme: 11.200 Euro.
- Mehrwertsteuer mit 19 Prozent: 2.128 Euro.
- Bruttosumme: 13.328 Euro.
Steigt der Tonnenpreis auf 1.000 Euro, kostet allein die Ware 12.000 Euro. Die Differenz von 100 Euro je Tonne schlägt bei dieser Menge mit 1.200 Euro netto durch. Bei 250 Tonnen Baustahl entscheidet dieselbe Differenz über 25.000 Euro.
Preisangaben richtig einordnen
Die genannten Werte sind Orientierungen für die Vorkalkulation, keine Angebote. Maßgeblich sind Lieferbasis, Zahlungsziel, Abnahmemenge und die Gültigkeitsdauer der Preisbindung. Ein Rahmenvertrag sichert Konditionen über mehrere Monate, ein Spotkauf folgt dem Tagesmarkt.
Für Edelstahl und Kupfer sollten Kalkulatoren den Metall- oder Legierungszuschlag getrennt führen. Sonst verschwindet die Preisentwicklung in einer Sammelposition. Getrennte Positionen erlauben es, Zuschläge bei Auftragsänderungen sauber nachzurechnen.
Checkliste für die Angebotsanfrage
- Werkstoff und Güte vollständig benennen, etwa S235JR oder 1.4301.
- Menge in Tonnen und gewünschte Lieferform angeben.
- Legierungs- und Metallzuschlag getrennt ausweisen lassen.
- Preisbindung mit Datum und Bezugsnotierung vereinbaren.
- Fracht, Verpackung und Zuschnitt als eigene Positionen abfragen.
Häufige Fragen
Warum liegt Kupfer so weit über Baustahl?
Kupfer ist ein Leitmetall mit hoher Leitfähigkeit und wird auch in der Elektrotechnik und Elektronik nachgefragt. Diese Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot. Baustahl wird dagegen in großen Mengen aus Eisenerz und Schrott erzeugt, was den Tonnenpreis niedrig hält.
Sind die Preise netto oder brutto?
Alle genannten Beträge gelten ohne Mehrwertsteuer. Für den Endpreis kommt die Umsatzsteuer mit derzeit 19 Prozent hinzu, sofern kein steuerfreier Sachverhalt vorliegt. Fracht, Verpackung und Bearbeitung sind in den Richtwerten nicht enthalten.
Wie oft sollte die Kalkulation aktualisiert werden?
Bei Kupfer und Aluminium mindestens monatlich, bei Baustahl quartalsweise. Wer mit Rahmenverträgen arbeitet, prüft die Zuschlagsvereinbarung zum vereinbarten Stichtag. Die amtlichen Preisindizes liefern dafür eine belastbare Grundlage.
Was verschiebt den Tonnenpreis innerhalb eines Jahres am stärksten?
Drei Faktoren: die Börsennotierung, der Legierungszuschlag und die Energiekosten der Weiterverarbeitung. Wechselkurse zum US-Dollar wirken zusätzlich, weil die Notierungen in Dollar geführt werden.