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Teil von Keramik Verschleißschutz: Grundlagen und Anwendungen

Keramik Verschleißschutz: Was kosten Al2O3, SiC und ZrO2?

Keramik-Verschleißschutz: Preise 2024 für Al2O3 (5 bis 15 Euro/kg), SiC (10 bis 25 Euro/kg) und ZrO2 (25 bis 50 Euro/kg), ohne MwSt., mit Beispielrechnung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Al2O3 kostet 2024 zwischen 5 und 15 Euro je Kilogramm, ohne MwSt., je nach Reinheitsgrad und Korngröße.
  • SiC liegt bei 10 bis 25 Euro je Kilogramm, ohne MwSt., dichte und feinkörnige Qualitäten am oberen Rand.
  • ZrO2 ist mit 25 bis 50 Euro je Kilogramm, ohne MwSt., das teuerste der drei Materialien.
  • Alle Preise gelten für Rohware ab Werk. Fertig bearbeitete Bauteile kosten ein Mehrfaches.
  • Mindermengen, Toleranzen und Fracht verschieben den Kilopreis deutlich.

Preisübersicht 2024 für Al2O3, SiC und ZrO2

Die Preisspanne bei Aluminiumoxid hängt vor allem am Reinheitsgrad. Material mit 96 Prozent Al2O3 ist günstiger, weil weniger Sinteraufwand nötig ist. Bei 99,5 Prozent steigen Rohstoffkosten und Ausschussquote.

Siliciumcarbid wird überwiegend gesintert. Feinkörnige, hochdichte Sorten verlangen höhere Sintertemperaturen und mehr Energie. Dieser Aufwand schlägt auf den Kilopreis durch.

Zirkoniumdioxid benötigt Yttriumoxid als Stabilisator. Der Zusatz ist teuer, weshalb ZrO2 deutlich über Al2O3 und SiC liegt.

Werkstoff Qualität Preis je kg, ohne MwSt. Typisches Bauteil
Al2O3 96 Prozent 5 bis 9 Euro Auskleidungsplatten
Al2O3 99,5 Prozent 10 bis 15 Euro Verschleißplatten, Dichtungen
SiC gesintert 10 bis 18 Euro Düsen, Gleitlager
SiC feinkörnig, dicht 18 bis 25 Euro Pumpenteile, Dichtringe
ZrO2 3Y-TZP 25 bis 50 Euro Mahlkugeln, Schneidkeramik

Der Kilopreis allein sagt wenig über die Wirtschaftlichkeit eines Werkstoffs. Entscheidend ist der Preis je Betriebsstunde, also der Kilopreis geteilt durch die erreichte Standzeit. Bei dünnen Blechen und einfachen Geometrien bleibt Stahl die günstigere Lösung. Keramik rechnet sich dort, wo metallische Werkstoffe schnell abgetragen werden und Stillstände teuer sind.

Die Preisstatistiken des Statistischen Bundesamtes erfassen keramische Erzeugnisse und deren Preisentwicklung.

Was den Kilopreis zusätzlich bestimmt

Formgebung, Sintern und Diamantbearbeitung bilden bei kleinen Stückzahlen den größten Kostenblock. Der Werkstoffpreis ist dann nur ein Teil der Kalkulation.

Sintern bindet viel Energie. Rohstoffgewinnung und Energieeinsatz gehören zu den zentralen Kostentreibern, die der Überblick zur Ressourcennutzung der Europäischen Umweltagentur beschreibt.

Hinzu kommen Losgrößen, Werkzeugkosten, Prüfzeugnisse und Verpackung. Bei Sonderanfertigungen rechnen Lieferanten häufig in Euro je Stück statt je Kilogramm.

Ein Teil der Rohware wird importiert. Wechselkurse und Frachtraten verändern den Einstandspreis, ohne dass der Lieferant seine Liste anpasst. Beide Größen gehören getrennt in die Kalkulation.

Wer Preise über mehrere Jahre bindet, sollte die Teuerung einrechnen. Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes dokumentiert die Preisentwicklung.

Beispielrechnung: Auskleidung einer Förderrinne

Eine Förderrinne erhält Al2O3-Platten mit 10 Millimetern Dicke auf 10 Quadratmetern Fläche. Bei einer Dichte von 3,9 Gramm je Kubikzentimeter wiegt die Auskleidung rund 390 Kilogramm.

Rohware: 390 Kilogramm mal 12 Euro je Kilogramm ergeben 4.680 Euro, ohne MwSt. Im Beispiel kalkuliert der Lieferant 30 Prozent Aufschlag für Schleifen und Bohren, also 1.404 Euro.

Der Nettopreis liegt damit bei 6.084 Euro. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer sind es rund 7.240 Euro. Umgerechnet kostet das Kilogramm fertig bearbeitet etwa 15,60 Euro.

Checkliste für die Anfrage

  • Mindestabnahme klären: Kleinstmengen kosten je Kilogramm mehr als Standardlose.
  • Lieferklausur festlegen: ab Werk oder frei Haus, mit benanntem Ort.
  • Toleranzen benennen: enge Maße kosten Aufpreis beim Schleifen.
  • Preisbindung regeln: Laufzeit und Indexklausel schriftlich vereinbaren.
  • Umsatzsteuer prüfen: 19 Prozent im Inland, Ausfuhr ohne MwSt.

Angebote in vier Schritten vergleichen

  1. Bedarf festlegen: Fläche, Dicke, Korngröße und Einsatztemperatur.
  2. Angebote einholen: mindestens drei Lieferanten mit identischer Lieferklausur.
  3. Preis zerlegen lassen: Rohware, Bearbeitung, Fracht und Verpackung getrennt ausweisen.
  4. Mengenstaffel verhandeln: ab welcher Abnahmemenge welcher Nachlass gilt.

Häufige Fragen

Gelten die Preise mit oder ohne MwSt.?

Alle genannten Werte sind Nettopreise ohne Umsatzsteuer. Im Inland kommen 19 Prozent hinzu.

Warum ist ZrO2 teurer als Al2O3?

Zirkoniumdioxid braucht Yttriumoxid als Stabilisator. Der Rohstoff wird zudem in kleineren Mengen hergestellt als Aluminiumoxid.

Wie stark schwanken die Preise innerhalb einer Qualität?

Die Spannen hängen von Menge, Toleranzen und Liefertermin ab. Ein Angebot ohne Mengenangabe ist nicht vergleichbar.

Für welchen Zeitraum gelten die Preise?

Die Spannen gelten für Lieferungen im Jahr 2024, ohne MwSt., ab Werk.

Was kostet ein fertig bearbeitetes Bauteil?

Gerechnet wird meist in Euro je Stück. Bearbeitung und Prüfung können den Rohpreis stark erhöhen.

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